Charakterisierung „San Salvador“

Hier die von uns gemeinsam erarbeitete Charakterisierung von Paul aus Peter Bichsels „San Salvador“:

In der Kurzgeschichte „San Salvador“ von Peter Bichsel geht es um einen Mann, der davon träumt, seine Familie zu verlassen um nach San Salvador auszuwandern.

Die Hauptperson dieser Geschichte ist Paul. Paul ist ein Familienvater. Er hat Kinder (Z. 40) und scheint schon lange mit seiner Frau zusammen zu sein. Das erkennt man daran, dass er ihre Verhaltensweisen genau kennt (Z. 22ff).
Mit dieser Situation scheint Paul allerdings unzufrieden zu sein. Er plant in dieser Kurzgeschichte, in der er alleine zu Hause ist und auf seine Kinder aufpasst, seine Familie zu verlassen und nach Südamerika auszuwandern („Mir ist es hier zu kalt.“, „Ich gehe nach Südamerika“ Z. 5) und verfasst eine entsprechende Notiz an seine Frau. Ich denke, dass ihm nicht wirklich kalt ist, er seine Beziehung aber so empfindet. Da er schon sehr lange mit seiner Frau zusammen zu sein scheint, ist diese Beziehung für ihn langweilig geworden. Seine Langeweile erkennt man an den vielen, unnötigen Tätigkeiten, mit denen er sich in der Geschichte abzulenken versucht. Er zeichnet Muster, schaut der Tinte beim Trocknen zu und liest eine Gebrauchsanweisung in verschiedenen Sprachen (Z. 3ff).
Außerdem stellt er sich ganz genau vor, wie seine Frau reagieren würde, sollte er tatsächlich auswandern. Dass er dies so genau kann, zeigt einerseits ihre Verbundenheit, andererseits auch die Langeweile, die sich vielleicht eingeschlichen hat.
Sein Traum endet mit der Rückkehr seiner Frau, die ihn aus seinen Gedanken reißt. Er lässt seine Familie also nicht im Stich, was zeigt, dass er seine Familie immer noch sehr liebt und seine Pläne nur Träumereien sind.

Ich glaube, dass es vielen Menschen so geht wie Paul in dieser Geschichte. Sie sehnen sich nach etwas Neuem oder etwas Aufregendem. Allerdings bleibt es für Paul bei Träumereien, was ich auch für gut halte, da er bei seiner Familie bleibt.
Vielleicht möchte Peter Bichsel uns zeigen, dass man lieber an bestehenden Beziehungen arbeiten soll, statt sich in Träumen zu verlieren und unglücklich zu sein. Paul sollte das Gespräch mit seiner Frau suchen, statt Briefe zu schreiben, die doch nicht bei ihr ankommen und sein Problem nicht lösen.

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